
Die Nummerierung der Häuser entspricht der aktuellen Informationsbroschüre für 2009:
"Schlösser & Gärten zwischen Elbe und Fläming. Warten auf Entdecker ..."
"Nachzügler" entdecken Sie am Ende dieses Textes.
Die Broschüre erhalten Sie natürlich im Naturpark-Infozentrum in Jeber-Bergfrieden, in allen Kommunen, Touristen- und Stadtinformationen und selbstverständlich vor Ort in jedem Objekt und hier als pdf-Download (Achtung: 2,3 MB).
Gern senden wir Ihnen ein persönliches Exemplar zu, bitte fordern Sie es hier an: info@naturpark-flaeming.de
1. Badetz
ehemaliges Vorwerk und Domäne der fürstlichen Familie v. Anhalt, großes barockes Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude mit interessanter Architektur stark reduziert und noch verfallen, Restaurierung des Herrenhauses nach 1990, dies birgt heute Gaststätte und Gästewohnungen, www.bohnhoff-ferienpark.de
2. Bärenthoren
hervorgegangen aus einer Befestigungsanlage der Zerbster Landwehr, später Vorwerk von Polenzko (Nr. 37), hier 1572 erstmalig erwähnt, aus dem Besitz fürstlichen Familie v. Anhalt im Erbgang 1827 an das Fürstliche Haus Waldeck-Pyrmont, von diesen 1843 an den Landrat und Kammerherrn Friedrich v. Kalitsch veräußert, historistisches Herrenhaus der Familie von Kalitzsch, 12 Hektar großer Landschaftspark mit Erbbegräbnis, heute Pflegeheim des DRK, kulturgeschichtlich wichtig als Wohn- und Arbeitsstätte des Forstpioniers Dr. h.c. Friedrich v. Kalitsch (1858-1938, Begründer des Dauerwaldwirtschaft), die forstwirtschaftliche Bibliothek nach 1945 verschollen
3. Bias
bis in das 18. Jahrhundert bestehendes Rittergut, nicht mehr in der Ortsanlage ablesbar
4. Brietzke
aus einem Vorwerk des Amtes Loburg (Nr. 29) hervorgegangenes Gut, seit 1770 als neuer Sitz des Amtes Loburg ausgebaut, in diesem Zusammenhang Kernbau des heutigen eingeschossigen Herrenhaus errichtet, dieses später erweitert, heute mit L-förmigem Grundriss, Turm und anschließender Parkanlage, ab 1856 mit bedingten Rittergutseigenschaften als separates Gut durch die Familie v. Barby bewirtschaftet, wohl aber von Loburg I geführt, zu Beginn der 2000er Jahre privatisiert, geplante Umnutzung zum "Wissenschaftszentrum mit virtueller Universität" nicht realisiert, heute stark gefährdet, kleine Parkanlage verwildert
5. Buro
Niederlassung des Deutschen Ritterorden von 1258 bis 1809, Stiftung der fürstlichen Brüder v. Anhalt, die Neffen der Heiligen Elisabeth v. Thüringen und des Hochmeisters Konrad v. Thüringen waren, Ensemble von Komturei, Ordenskirche und historischer Garten- & Parkanlage erhalten, kulturgeschichtlich äußerst bedeutend, einzige Niederlassung des Ordens in Anhalt, nach der Säkularisierung Domäne des anhaltischen Fürstenhauses, "Neues Gutshaus" (um 1595) nach 1945 abgerissen, Objekt 2007 in Familienbesitz, seitdem behutsame Restaurierung, Standort einer kleinen Ausstellung "Mit Kreuz, Schwert und Pflugschar - Der deutsche Ritterorden in Anhalt", Kunstführer "Die Kommende des Deutschen Ritterordens in Buro" 2008 erschienen, Führungen durch Ordenskirche, Komturei und historische Gartenanlage möglich, Anmeldungen unter historische-Kulturlandschaft@email.de
www.Komturei-Buro.de
6. Cobbelsdorf
2 Gutshäuser im Gemeindebesitz: barockes Gutshaus (heute Turnhalle) und Neubau Anf. 20. Jhdt., entstanden aus einem bereits im 16. Jahrhundert bestehenden fürstlichen Vorwerk im Amt Coswig, Buchung des Neuen Gutshauses für Feierlichkeiten möglich
7. Coswig
„Hubertusberg“, ab 1764 errichtetes Jagdschlößchen der Fürsten von Anhalt-Zerbst, direkt daneben der Bismarckturm, "Zwilling" des
Jagdschlosses "Spitzberg" (Nr. 42), in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden Gastronomie
8. Coswig
„Simonetti-Haus“, Adelspalais um 1700, Zerbster Straße 40, überregional bedeutende Stukkaturen mit mythologischen Motiven, Stukkaturen
möglicherweise durch Giovanni Simonetti ausgeführt, (Namensgebung "Simonetti-Haus" nicht ursprünglich, sondern erst seit 2007), im 18.
und 19. Jahrhundert Wohnsitz bürgerlicher Familien, dann Gastwirtschaft "Schwarzer Adler", nach 1950 Pflegeheim, interessanter
Gründerzeitsaal im hinteren Anbau, Rettung begann 2007 mit der Übernahme durch den Coswiger Schloßverein, Besichtigungen möglich,
regelmäßig Veranstaltungen
www.Simonettihaus.de
9. Coswig
Schloß Coswig, imposante frühbarocke Anlage oberhalb der Elbe anstelle älterer Vorgängerbauten, Bedeutung als Witwensitz des
Fürstenhauses Anhalt, errichtet zwischen 1670 und 1680, bis auf Corps de Logis (Nordflügel) nach direktem Vorbild der Schloßbauten der
Brandenburger Kurfürsten nach niederländischem Muster, ab 1872 Umbau zum Zuchthaus, diese Nutzung bis in die 1950er Jahre, später
Archiv, nach mißglückter Privatisierung Mitte der 1990er Jahren Verkauf 2006 an eine italienische Investorin, das Schloß soll aus Zentrum für
interkulturellen Austausch wieder auferstehen
10. Coswig
„Kavalierhaus“, Zerbster Straße, nach 1670 errichteter Bau in der Formensprache der Spätrenaissance, wohl ursprünglich als fürstlicher
Gasthof gebaut, später Nutzung als Wohnhaus, dann städtische Sparkasse, nach deren Auszug privatisiert, soll zukünftig Ateliers und
Wohnräume für Künstler bieten
www.pietschiny.com
11. Coswig
„Kavalleriekaserne“, Zerbster Straße 48, barockes Adelspalais, später Nutzung als Offiziersunterkunft des Anhalt-Zerbster
Kavallerieregiments, Objekt jetzt im Eigentum des Coswiger Kanuvereins
12. Dobritz
mehrfach verändertes Herrenhaus der Familie von Kalitsch,ehemals berühmte Bibliothek, diese war in den 1950er Jahren im Besitz der
SED-Kreisleitung, heute verschollen, Herrenhaus privatisiert, starke Schäden durch Vernachlässigung und Vandalismus, ehemals bedeutender
Landschaftspark, nach dem verheerenden Sturm "Kyrill" 2006 stark gefährdet, mit Patronatskirche
13. Dornburg
anstelle älterer Vorgängerbauten entstand eine der herausragendsten barocken Schloßanlagen Mitteldeutschlands, zuwenig genutzte und bekannte Perle, Werk des Architekten Stengel, anstelle älterer Vorgängerbauten ab 1751 für die Mutter von Katharina der Großen errichtet, Patronatskirche im Ort, sollte nach den Planungen des Landes als Depot des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie dienen, doch das Denkmalamt wollte das Denkmal nicht nutzen, nun wird das Schloss zum Verkauf vorbereitet, Führungen und Informationen erhält man von der vor Ort ansässigen Stengel-Gesellschaft Stengelgesellschaft@dornburg-elbe.de
informative Website über das Schloss: http://www.stefan-schueler.de/
14. Friederikenberg
nur noch wenige Überreste eines barocken anhaltischen Lustschlosses mit ehemals wertvoller Gartenanlage
15. Garitz
vom 14. bis Ende des 19. Jahrhundert Rittergut derer von Davier, Herrenhaus nach 1980 abgerissen, reich ausgestattete Patronatskirche
16. Golmenglin
ehemaliges Rittergut und Domäne, nichts mehr vorhanden
17. Grimme
Rittergut der Familien v. Wallwitz, dann v. Bredow vom 17. Jh. bis zum 19. Jh., nicht mehr vorhanden, bedeutende Patronatskirche
18. Hundeluft
Burg 1280 erstmalig erwähnte, sicherte einen Übergang über das Flüsschen Rossel, später als "Raubnest" derer v. Wallwitz in Verruf geraten
und 1414 durch ein Zerbster Kontingent unter Albrecht v. Anhalt erobert, 1457 Verkauf an die v. Zerbst, heute nur Ruine der wohl im
Dreißigjährigen Krieg zerstörten Wasserburg erhalten, Vorburg in Restaurierung, artesischer Brunnen
19. Isterbies
ursprünglich Lehensbesitz der Bischöfe von Magdeburg, vielfacher Besitzwechsel, unter anderem im Besitz derer v. Lattorff, barockes
Gutshaus Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, Ende des 19. Jahrhundert erwirbt es der erfolgreiche bürgerliche Landwirt Amtmann Robert
Lucanus für seinen Sohn Carl, im Besitz seiner Nachkommen bis 1945, mit im Norden anschließender Parkanlage,
20. Jütrichau
Rittergut, 1272 im Besitz der Familie v. Barby, im 14. Jahrhundert Verkauf an die Familie v. Krage, ab 1680 im Besitz der v. Oppen bis
1901, kleine Parkanlage
21. Kermen
Adelsgut, später Anhaltische Domäne, Herrenhaus an die Gestaltung englischer Landhäuser angelehnt, parkartig gestaltete Gartenanlage
22. Klieken
„Oberhof“, barocke Schloßanlage derer von Lattorff, um 1948 abgerissen, Stallungen und geringe Parkreste erhalten, Kunstgegenstände verschleppt, zum Teil erst zu DDR-Zeiten
23. Klieken
„Unterhof“, Herrenhaus, barock überformter Renaissancebau der Familie von Lattorff,
im Ort Patronatskirche mit Cranach-Altar
24. Klieken
„Witwenhaus“, idyllisch gelegener barocker Witwensitz derer von Lattorff, laut Überlieferung der ursprüngliche Sitz der Lattorffs in Klieken, kleiner Park verwildert, Haus verfällt infolge mangelnder Bauunterhaltung, Brand schädigte hinteren (jüngeren) Anbau
25. Klieken
„Kehlsburg“, Bodendenkmal, ehemalige mittelalterliche Turmhügelburg (Motte), mit kreisförmigem Wassergraben und 112 m Grabenumfang
26. Kropstädt
die an dieser Stelle bereits 1150 erwähnte Wasserburg "Ließnitz" war seit Mitte des 14. Jahrhunderts herzoglich-sächsischer Ministerialensitz, unter der Herrschaft des Otto von Düben wurde das "Raubnest" 1358 von einem Wittenberger Aufgebot erstürmt und geschliffen, der Überlieferung zufolge ließ erst Kuno v. Thümen im Jahr 1550 (oder schon 1526?) einen Renaissancebau errichten, der Volksmund will wissen, das 100 Jahre später dieses "Grobstätt" benannte Haus in "Kropstädt" umbenannt wurde, in der folgezeit war das Gut in wechselndem Besitz verschiedener Adelsfamilien, u.a. der Löser, Bünau, Veltheim und Alvensleben, 1842/43 wurde der inzwischen baufällige Renaissancebau durch die neue Eigentümerfamilie v. Leipziger abgetragen, diese ließen 12 Jahre darauf einen neogotischer Schloßbau durch den bekannten Berliner Architekten Hitzig errichten, nach dem die letzten Besitzer, die Grafen Arnim, 1945 enteignet wurden, diente dass Schloß in der DDR-Zeit als Kinder- und Mütterheim, 1992 privatisiert, wurde es einer grundlegenden Sanierung unterzogen und diente heute als Hotel und Restaurant mit umfangreichen Angeboten für Feierlichkeiten und Tagungen, gepflegter Landschaftspark
www.schlosskropstaedt.de
27. Leitzkau
ausgedehnte Schloßanlage, ehemaliges Prämonstratenser-Stift, bis 1945 im Besitz der Familie von Münchhausen, heute Sitz der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt
www.dome-schloesser.de/
28. Lindau
1179 erstmalig erwähnte Burganlage mit markanten Bergfried und ehemalig umfangreicher Vorburg, romanische Kirche
29. Loburg
Reste der mittelalterlichen Burg mit erhaltenem Bergfried, andere Bauten aus dem 18./19. Jahrhundert, eindrucksvolle Kirche im Ort
30. Loburg I
barockes Herrenhaus, errichtet durch die Familie von Wulffen
31. Loburg II
barocker Adelshof der Familie von Barby mit wertvoller Innenausstattung
32. Neeken
barockes Herrenhaus in Fachwerk derer von Davier, Park verwildert, beachtliches barockes Interieur in der Patronatskirche
33. Nudersdorf
Barockschloß vom Anfang des 18. Jhdt. und ausgedehnte Parkanlage
34. Nutha
etwa 120 Jahre altes sehr pittoreskes Herrenhaus der Familie von Kalitzsch, Park ca. 1 ha mit Erbbegräbnis der Familie
35. Quast
Bodendenkmal, Burgruine und Stammsitz derer von Quast
36. Pakendorf
aus wüst gefallenem Dorf entstandene Domäne der Familie von Anhalt
37. Polenzko
kleines barockes Gutshaus mit 5,8 ha Parkanlage
38. Rottal
Jagdschloß derer von Anhalt, etwa 120 Jahre alt
39. Rottenau
"Theresienhof", Herrenhaus und Parkanlage aus der Mitte des 19. Jahrhunderts
40. Roßlau
spätbarocker Schlossbau um 1740 in unmittelbarer Nähe zur Burg, schlichter zweigeschossiger Bau mit 7 Achsen, kleines Mittelrisalit mit
Segmentgiebel, Park nur noch in Resten vorhanden
41. Roßlau
eindrucksvolle mittelalterliche Burganlage, Gründung wohl im 12. Jahrhundert, verändert und erweitert im 16. Jahrhundert, ovale Anlage
bestehend aus Haupt- und Vorburg mit 3-fachen Wall-Graben-System, ältester Teil der Wohnturm des 13. Jahrhunderts, 1836
romantisierender neogotischer Umbau, nach der Wende schrittweise Sanierung durch engagierten Verein, vielfältiges Veranstaltungsprogramm
42. Spitzberg
barockes Jagdschlößchen der Fürsten von Anhalt-Zerbst
43. Thießen
unscheinbares kleines barockes Gutshaus der Herren v. Zerbst direkt neben der interessanten Patronatskirche
44. Tochheim
barockes Herrenhaus, hervorgegangen aus einer Poststation (?), 1860 Vorwerk von Walternienburg (46)
45. Vogelherd
barockes Lusthaus mit kleiner Parkanlage
46. Walternienburg
Reste der mittelalterlichen Wasserburg mit imposantem Torturm, früher kursächsisch, seit 1796 anhaltisch
47. Wendgräben
um 1910 für die Familie von Wulffen errichtetes Schloss mit eindrucksvoller Granitfassade, Architekt war Herrmann Muthesius,
Landschaftspark
www.kas.de
48. Wittenberg
Schloßanlage, ehemalige Residenz der Kurfürsten von Sachsen, anstelle einer älteren Burganlage unter Friedrich dem Weisen 1489-1525
neu errichtet, ursprünglich reich geschmückt in der Formen der Spätgotik und der Frührenaissance, durch den Umbau zur preußischen
Zitadelle vereinfacht
49. Zerbst
Ruine des ehemaligen Residenzschlosses der Fürsten v. Anhalt-Zerbst, 1945 durch Fliegerangriff schwer beschädigt und zum größten
Teil abgetragen, noch bestehender Flügel wird gesichert, enhagierter Verein bemüht sich um Rettung des verbliebenen Flügels,
Nutzung durch Ausstellung
www.schloss-zerbst-ev.de
50. Zerbst
Schloßfreiheit, barockes Adelspalais I der Familie Brandt v. Lindau
51. Zerbst
Schloßfreiheit, barockes Adelspalais II der Familie Brandt v. Lindau
52. Zerbst
herausragende mittelalterliche Stadtbefestigung, 4 km Länge
Nach Druckschluß bekanntgewordene Rittergüter & Herrensitze:
53. Buhlendorf
westlich von Lindau, ehemaliges Vorwerk, später fürstlich-anhaltische Domäne mit kleinem Park
54. Düben
Freigut der Herren v. Schlegell, später v. Lattorff auf Klieken
55. Göbel
das Rittergut Göbel war seit 1650 im Besitz der Freiherren v. Thümen, um 1860 umfaßte es etwa 350 ha Land
56. Hobeck
zwischen Leitzkau und Loburg, seit 1677 im Besitz der Familie v. Münchhausen, um 1860 etwa 550 ha land- und forstwirtschaftliche Fläche
57. Klepps
zwischen Leitzkau und Loburg, seit 1836 im Besitz des bürgerlichen Landwirts Klepp, der das Gut wohl nur aufgrund der Namensähnlichkeit
erwarb (Klepp auf Klepps)
58. Jahmo
Gutshaus, barocker Fachwerkbau mit behäbigen Proportionen, möglicherweise nach 1813 leicht verändert
58. Kalitz
zwischen Leitzkau und Loburg, möglicherweise Stammsitz der Familie v. Kali(z)sch, später Vorwerk zum Amt Loburg, seit 1791 als
Rittergut im Besitz der Familie v. Münchhausen, 1860 bewirtschaftete hier Freiherr Rudolph v. Münchhausen etwa 400 ha Ackerland
59. in Leitzkau
ist eine sachliche Trennung in 2 Güter: Althaus und Neuhaus korrekter
60. Schweinitz
westlich von Loburg, ehemaliges Vorwerk zum Amt Loburg, später Domäne und ab 1836 mit "bedingten Ritterguts-Eigenschaften" im Besitz
des Gutsbesitzers und Landwirts Louis Baillen
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